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Bonito 25.-29. August 2024

  • Autorenbild: Milena da Silva Reis
    Milena da Silva Reis
  • 27. Aug. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Aug. 2024

Was wir hier unter einem Städtchen verstehen, muss man umdenken. Aber es ist ein Städtchen. Und man findet schöne Dinge, wie es sein Name suggeriert.

Angefangen bei den vielen Farben, guten Restaurants, netten Menschen, umwerfend schöner und hoffentlichnoch eben noch rettbarer Natur zu Fauna und Flora, die einzigartig sind.

Alles wurde schon darüber geschrieben, vielleicht aber noch nicht über einige Dinge, die mich nachdenklich machen.

Zuerst aber das Schöne:

Der Empfang in der Pousada Jarinu, s. Bild im Titel, wo auf Nachfrage ohne Probleme Raquel auch übernachten darf. Weil ich doch blogge, schenken sie mir diese Übernachtung einfach so!

Auf der Palme am Eingang begrüsst uns der Tukan, der jeden Abend zu den Eingangspslmen auf einen Schmaus kommt. Hier nur für die Palmendatteln. Er raubt sonst auch gerne Eier aus Vogelnestern.


Wir sind todmüde, gleich geht die Sonne unter, aber es ist der letzte Tag des sogar international übertragenen Winterfestes. Dieses ist wirklich gross, und aus einem "schnell Vorbeischauen" wird ein ganzer Abend.

Fürs klassische Tourifoto, gegen welche ich aufgehört habe, maich zu wehren, geht schneller, verscheucht Raquel kurzerhand zwei beschriftete Typen. Sie bemerkt erst danach, dass der eine der Tourismusdirektor des Pantanál ist. Ich gehe mich entschuldigen und daraus entsteht natürlich ein Schwatz.

Nicht zuletzt weiter am ausgedehnten Abendprogramm schuld war die prominent vorhandene indigene Handwerkskunst mit ihrer berühmten Vertreterin Dona Catharina. Sie und etwa die Hälfte der vielen Frauen mit ihren Ständen kennen Raquel, und so weäurden wir um den ganzen Praça da Liberdade herumgereicht.


Viele Umarmungen und Schwätzchen später verhungerten wir fast und gingen ins beste Resto der Stadt. Den Chef kannte Raquel natürlich auch.

Und da passierte es: zum ersten und einzigen Mal seit und in Brasilien bekam ich Gluten vorgesetzt. Nicht der Fehler des Küchenchefs, sondern des Moço, der erst seit 2 Monaten hier arbeitet. Er verwechselt schlicht die Teller. Ich hatte noch nichts bemerkt, da kam der Chef angeflogen und entschuldige sich. Wenn möglich solle ich Medikamente nehmen, und da ist es: bei allem Lob für das Gesetz und Wissen hier, das scheint nicht bekannt zu sein. Es gibt leider kein Medikament bisher. Ich habe Kohletabletten dabei, die helfen gegen Übelkeit und Durchfall. Viel Essen hilft auch, und so ass ich den richtigen Teller auch noch.

Als ich dennoch raus musste, regelten der Chef und Raquel die Rechnung. Ich vermute mal, sie bezahlte nichts.

Wir hatten beim Essen darüber gesprochen: uns kam es seltsam vor, dass ein grosser runder Tisch voller Polícia Militar in Uniform dort ass. Wenn sie im Dienst waren, bezahlte der Staat so teures Essen bestimmt nicht. Und soooo gut verdienen die nicht. Also?

Und: da sass doch am Tisch neben uns der Moço, der mit dem Tourismusdirektor an der Praça Liberdade war.

Alle wichtigen scheinen dort zu Essen. Wenn es das in Rio gibt, wird es das auf dem Land in Bonito auch geben. Sie haben hier einfach keinen Namen dafür, oder ohne mir bisher nicht genannt.


Dann holten wir das Auto und machten uns bereit fürs Winterfest. Ich hatte 5kg warme Kleidung von Rio heimgeschickt. So zog ich übereinander alles an, was warm geben konnte.

Und los ging' s. Ich sagte ja: auf dem Land. Zuerst trat am Festival das Brüderpaar aus dem Pantanál auf, mit vollem Einsatz und der für hier typischen ländlichen Musik, der Música Sertaneija brasileira. João Haroldo e Betinho.

Dazwischen eine kleine bolivianische Combo, vergleichbar mit der Waldbühne auf dem Gurten, und das packte einige gleich genau so wie man es tausendfach in den sozialen Medien sieht,

Dann die landesweit und international bekannten Popsänger Teodoro e Sampaio, mit genau demselben Musikstil, sertaneijo. Das gefällt hier. 16000 kamen heute, 95000 in den ganzen fünf Tagen, breite Hüte, Stiefel, unverkennbar die Nähe zu Uruguay und Bolivien.

Speziell: da kommen die Musiker nicht einfach nur so auf die Bühne und los, nein, ein fernsehwirksames Intro von zwei Minuten wird hochprofessionell geboten,


... jeder Song hat den Text im Backscreen eingeblendet - und: mit vollem Einsatz die Gebärdensprache-Übersetzerin.

Das Bier floss, die Kälte drückte, wir hatten einen langen Tag hinter uns.

Im Hotelbett konnte man eins zu eins die Show weiterhören. Konnte. Hätte gekonnt. Raquel schlief nach 10 Sekunden, ich nach einer Stunde trotzdem ein. Ein casal nebenan stritt lauthals, sie weinte und schrie.


Am Montag holte Raquel Dona Catharina um acht Uhr ab und nahm sie mit nach Campo Grande, ich blieb ich im kalten Hotel und Zimmer, am Morgen hatte es 12 Grad drinnen!

Ich arbeitete für die Schweiz und schrieb am Blog bis um halb zwei.

Danach wollte ich Jully überrraschen, die ich in Därligen beim Betrachten des Sonnenunterganges auf der Ländte kennengelernt hatte, zusammen it ihrem Mann, ich war mit Luis dort, und sie hatte uns brasilianisch sprechen gehört.

Sie betreibt hier den einzigen Schokolade-Laden, Cacao Show. Leider war sie ausgerechnet abgereist richtung Rio Grande du Sul. So schickte ich ihr ein Selfie mit ihren Angestellten, kommentarlos. Seither versucht sie, ob wir uns an dieser oder jener Tnkstelle bei Miranda oder in CG treffen könnten - leider passte es nicht.

Ich ging noch eine Coco gelado essen,



Am Dienstag wagte ich mich wieder einmal aus meiner Komfortzone heraus: ich hatte am Abend zwei Ausflüge gebucht: einen zum Rio Sucurí und einen zum...der Name folgt, beides mit flutuação im Fluss, mitten in den Fischen mitschwimmend! Ich war wieder einal sehr nervös, aber wer nicht wagt...und ich gewann!


Auf keinem brasilianischen Ausflug fehlt der Fotograf - in Rio kostet ein Bild 30, hier das ganze Paket 25...

Allerdings hatte ich selbst auch eine GoPro gemietet - meine Schwarte von Zuhause wollte mich nicht.







Den wunderschönen Bilder im Kopf stelle ich folgenden Fakt gegenüber: 1,5 Millionen Hektaren gebrannt haben. Corumbá, die Stadt an der Grenze zu Bolivien, ist zeitweise komplett in Rauch gehüllt. 128 Feuerwehren versuchten, der Lage Herr zu werden. Der kurze Regen letzten Freitag half schliesslich.

Worüber wenig gesprochen wird, ist einer der Gründe für die Brände. Alle hier sprechen vom Klimawandel und der Hitze und Trockenheit. Kaum einer davon, dass die meisten Brände gelegen kommen. Die Bauern wollen Soja und Mais anpflanzen und brauchen mehr Fläche für den immensen Flächengebrauch der boi, hier einer Zebu-Art von Kühen, die einen Höcker haben und wie Kamele sehr hitzeresistent sind.

Die wenigsten Feuer entstehen natürlich.

Auch mitten im Winter ist der verheerende Effekt der Monokulturen klar zu erkennen. Wo die Natur belassen wird, ist es grün. Einen Meter daneben trocken, grau, alles stirbt. Nur die Emas, eine Verwandte des Emu, pickt die Körner.





 
 
 

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