Reisetage Maragogi - Aracaju - Salvador 4.-5. Oktober 2024
- Milena da Silva Reis

- 11. Okt. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Okt. 2024
Zweimal eine lange Reise per Auto, die vielen Schauergeschichten im Rucksack, zweimal mit vielen Herausforderungen, schlechten Strassen mit Löchern, Buckeln, Abbrüchen, Sand, lebensmüden Camion-, Motorrad- und Autofahrern, Esel- und Pferdekarren oder -Reitern, freilaufenden Vierbeinern, Abbremsen von 120 kmh auf Null, keinen oder unlesbaren Schildern, Strassen wie eine Achterbahn, Pneus die nach Belieben die Anzeige zum Nachkontrollieren auslösten (inklusive Airbag, wobei diese Anzeige wundersam wieder verschwand), vielen schrecklich armen oder schrecklich verschandelten Landschaften mit viel Zuckerrohr, Baustellen und gesperrte Strassenabschnitte aus dem Nichts, 300km lang keine sichere Tankstelle.
Gottseidank hatte diesmal Luís' Handy genug Strom, nur oft sehr lange keinen Empfang. Luís ist ein erfahrener Copilot und war extrem hilfreich. Navi hatte unser KWID keins.
Dann, plötzlich, wunderschöne Ausblicke auf unendliche weiche Hügellandschaften oder Ebenen, weisse Dünen abseits des Meeres, die sich stark vom Grün abheben, endlose Palmen-Landschaften in allen Variationen, Brücken in allen Konstruktionsformen mit Ausblick auf immer andersartige Flüsse oder Meeresarme, und ab der Grenze zum Bundesstaat Bahia alle paar Kilometer Tierpassagen als Hängebrücke mit den entsprechenden Anzeigetafeln mit Affen.
Allgemein lässt sich sagen, dass, je weiter südlich im Nordosten die Staaten, desto besser erstaunlicherweise die Strassen. Denn die Staaten sind unterschiedlich gross, aber alle furchtbar arm.
Erstaunlich aufgeräumt erschien Aracaju. Wir hatten dank Marcos Team von Gondwana wieder ein gutes Hotel. Wir kamen nach gut 400km Fahrt in über sieben Stunden zum Glück heil an. Ich bin doch zu sehr Brasilianerin geworden, entsprechend meinem zweiten Pass, um langsam zu fahren und aufzufallen. Segue o fluxo, sagte Luís am Anfang in Natal. Sigo o fluxo, sagte ich oft, wenn ich mit weit über Hundert über was auch immer holperte, mit dem Verkehr mitgehend.
Der Strand lockte, und wir fuhren auf Empfehlung fünf Kilometer der Orla entlang zum Strandabschnitt, der gut zum Baden war. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang genehmigten wir uns ein ausgiebiges Bad am einsamen Strand, dort wo es noch ein paar wenige Badende hatte und ich zwei Frauen zum Aufpassen auf unser Zeug fragen konnte. Ein wunderbares Bad, wo ich alle Hitze und den ganzen Reisestress auswaschen konnte.
Wir genehmigten uns zur Feier der erfolgreichen Reise an der Orla in Hotelnähe ein Caipi, das klassische, obwohl wie immer die Versionen mit allen (un-)möglichen Früchten lockten. Nach einer kleinen Tour durch die Feirinha genehmigten wir uns im Hotelzimmer am Tischchen, luxuriös, die Reste der Tapioca-Pizza von Maragogi vom Vorabend, die beste Pizza ohne Gluten ever.
Früh wollte ich los, es klappte nur zehn Minuten früher als am Vortag, Luís und Frühstücksbuffets, Frühstücksbuffets und Luís.....
Der zweite lange Reisetag war etwas über 300km, wir brauchten nur knapp fünf Stunden, s.oben zum Strassenzustand. Ich hatte vor diesem Abschnitt am meisten Angst. Zu präsent die Horrorberichte zum erschlossenen Schweizer, am hellichten Tag in Salvador de Bahia fahrend mit Frau und Kindern, ohne Vorwarnung, gleich mit Schüssen umgebracht. Die vielen Warnungen, die Türen und Fenster geschlossen zu lassen, kein falsches Quartier zu erwischen, die Berichte und Erzählungen von Leuten hier über die vielen, teils erlebten Raubüberfälle und Kriminalität, die grosse Armut. Deu certo, es kam gut. Am Flughafen war ich gross erleichtert, ich gebe es zu.
Ich gab das Mietauto nach einer Strecke von 1100km, gefahren etwa 100km mehr, ab. Renivaldo holte uns ab und fuhr uns sicher zum Hotel.
Wir haben, seit Luís dazukam, neun Staaten des brasilianischen Nordostens bereist, von denen nur zwei kleiner sind als die Schweiz, zusammen aber grösser: Alagoas und Sergipe.
Hier die Reiseliste des Nordostens mit Luís Mithilfe (fett, wo wir waren):
Maranhão - capital São Luís:
Barreirinhas
Atins
Piauí - capital Teresina
Barra Grande
Ceará - capital Fortaleza
Camocim
Jericoacoara
Rio Grande do Norte - capital Natal
Paraíba - João Pessoa (capital)
Pernambuco - Recife (capital)
Olinda
Porto de Galinhas
Alagoas - Maceió (capital)
Maragogi
Sergipe - Aracaju (capital)
Bahia - Salvador (Capital)













































































































































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