Jericoacoara 19.-23. September 2024
- Milena da Silva Reis

- 22. Sept. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Sept. 2024
Ich habe zuerst etwas verhalten begeistert auf das in der ganzen Welt hochgelobte und belkannte Jeri reagiert. Vielleicht liegt es daran, dass ich etwas angeschlagen bin - ja, ich habe irgendwas erwischt, weiss noch nicht was. Vielleicht liegt es aber wirklich daran, dass ich so viele schöne Orte gesehen habe, die nicht dermassen ge-hypet werden und weniger teuer und weniger überlaufen sind.
Jedenfalls habe ich auch von hier eine Lieblingserinnerung. Der freundliche Herr beobachtete meinen einzigen ehrlichen Selfieversuch und fand, er mache jetzt ein gutes Bild von uns beiden....
Wir sind hier in der Niedrigsaison, wohlverstanden. Hier hat es das ganze Jahr über Touristen, nur haben zu dieser Zeit weniger Leute weltweit Ferienzeit. Aber es ist gut gefüllt, extrem laut, sehr teuer. Und hübsch, ja, aber die Strände, die Dünen, die Einheimischen, die Lage - nicht der schönste aller Orte. Nicht hässlich immer noch wunderplunderschön, einfach nicht der schönste von allen bisher.
Die Leute in der Pousada Bella Jeri: nett, zuvorkommend, sehr hilfsbereit und bemüht, der Ort hübsch!
Wir haben dank Luís' Zwillingsbruder Guillerme einen Guia, Marcelo, der uns den Passeio nach Wunsch in einen Tag packt. Wir sehen viele Dünen, den "arvore da pregiçca", und vier Lagõas. Bei der ersten gehen wir zweimal hin und hinein, zahlen nur beim ersten Mal Eintritt, nehmen beim zweiten dafür ein Coco gelado. Die Lagõa do Paraíso ist natürlich, nur durch Regenwasser gespiesen und gross wie ein See, bis 12 Meter tief.
Die zweite ist ein Loch im Sand, gespiesen mit Wasser aus dem Grund, Burraco Azul.
Die dritte, der Blue Lagoon Beach Club, ein weiteres Loch im Sand, aber verkleidet mit Beton und das Grundwasser wohl mit Chlor behandelt. Alle sind warm wie das Meer, bei allen weiss kein Mensch, wie warm, es ist einfach warm.
Und dann auf dem Heimweg besuchen wir den gebürstete Baum, den arvore da pregiçca, am Strand:
Abends: einmal nix, einmal Forró, die Musik von hier, einmal schick mit gedämpften Licht.
Am letzten Tag in Jeri erhalten wir in unserer Pousada wieder mal einen Einblick in die Gedankenwelt eines grossen Teils des brasilianischen Mittelstandes. Eine Familie, die etwa drei der sieben Zimmer belegt, erzählt unter sich von ihren Reisen beim Nachmittagskaffee, das hier so ab 17 Uhr aufgestellt wird. Anschliessend erzählt uns vor allem der Mann um die 50, wie nach seiner Erfahrung das Land hier funktioniert, warum das Land brennt und überhitzt, wie die Leute hier sind und was man dagegen machen könnte.
Wir sind eben zwei Stunden auf einen Hügel beim Städtchen hinauf- und wieder hinuntergelaufen, umd das letzte Ausflugziel hier zu besuchen, die Pedra Furada, ein beliebtes Fotosujet. Es besteht aus einem Loch in einer Gesteinsformation am Strand.
Luís ist supergut unterwegs, nur den allerletzten Teil des ungesicherten Abstiegs breche ich ab, hier gäbe es keine ausreichende Hilfe bei einem Abrutsch im steinigen Gelände. Wir sehen aber alles wunderbar und sparen uns die Warteschlange der ausgiebig Selfie schiessenden Gruppen.
Auf dem Hinweg war uns eine Gruppe Cariocas gefolgt, sie sagten, diese Frau sieht aus, als ob sie weiss, wo man raufkommt, sie kennt den Weg. Kkkkk, kommentiert man hier, nich hihihi. Sie Taten dasselbe beim Rückweg, wir schwatzten und lachten. Nur dass im Dorf ein Taxi anhielt und uns beiden die Rückfahrt offeriert. E "Blinde und e Lahme", pflegen Luís und ich augenzwinkernd zu sagen.
Das Ding ist, Luís ist seit Geburt etwas gehbehindert, ich bin über 60 und gelte hier als idosa und habe entsprechend auch überall Reduktion, Erlass oder Priorität. So haben Luís mit seinem laudo de deficiente und ich mit Ausweis auch die Taxe vom R$ 41.50 für Jeri nicht bezahlen müssen. Und auch keinen der Eintritte zu den Lagõas hier.
Wir besuchen noch die Kirche und den Strand da Molhada, wo ein Käutzchen für mich posiert.
Wir kehren zurück zur Pousada, lassen das Duschen aber sein und essen im Romã, das nichts mit Rom zu tun hat, sondern mit Granatäpfeln, ich ein weiteres Risotto, denn mir ist nicht wie anderen Grossmüttern.


























































































































































































































































































































































































































































Kommentare