Richtung Pantanal 25.8.2024
- Milena da Silva Reis

- 26. Aug. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Hier steht man früh auf. Raquel hatte Erbarmen mit mir, und so fuhren wir erst um 8 Uhr in Campo Grande los, ein paar hundert Kilometer mit Umweg über einen morro (Berg) mit Aussicht über die ganze Ebene des Pantanal, bis zu unserem Ziel, nach Bonito.
Wir fuhren im Regen los, bei kalten 17 Grad, mit endlosen Strassen, weg von der Zivilisation.
Zu zweit vergeht die Zeit schnell, und Raquel, die angehende LebensmitteltechnologInnen ausbildet, was hier alles universitär abläuft, weiss viel über Pflanzen und deren Verwendung. Sie erklärte mir beispielsweise den Unterschied zwischen Ipê und Paratudo (gelbe Blüten/ Blütenbälle, mit/ohne grüne Blätter), wie die Früchte der Buriti verwendet werden, erkannte Mimosen und all die anderen frucht-nusstragenden Bäume.
Nach etwa drei Stunden bogen wir in einem kleinen Dorf, Camisão, ab auf eine Naturstrasse und fuhren steil und abenteuerlich einen Berg hinauf, zu Fuss nur noch etwa zehn Minuten durch den Wald und uaaaau: Aussicht von paar hundert Metern Höhe auf die ganze Ebene des Pantanál!
In Europa undenkbar, alles ungesichert, steil abfallend. Auf den Fotos sieht man das nicht, aber für mich schon ein wenig knie-erweichend.
Unten am Berg ist eine Region, die an den Grand Canyon in seehr grün erinnert, die langsam touristisch wird und wo wir ein interessantes Gut besuchten: Da hat eine Familie versucht, italienische Weinreben anzusiedeln, ist grandios gescheitert und hat in den letzten 15 Jahren erfolgreich einen Hybriden gezüchtet. Sie produziert nun zum ersten Mal in der Region weissen Sauvignon Blanc "de alta qualidade", bietet sau-teure Lunches mit Weindegustation an (ab $R 260) und hat eine Art Hotel, total "chique" eingerichtet.
Das zweite Highlight ausser der atemberaubenden Aussicht: mein erster Arara von ganz nah, ebenfalls ein Tukan...
Auch spannend: hier beginnt sich das Aussehen der einheimischen Bevölkerung etwas zu ändern, es hat viele Gesichter, die ganz oder teilweise den Einfluss der indigenen Einwohner erkennen lässt. Ausserdem die Kleidung: Es sind Bauern, man trägt Stiefel, feste Hosen, feste Hemden und Pullis, einen breitkrempigen Hut und bei Kälte Ponchos. Das Mittagessen in der offenen Taverne war "uma delícia", typisch mit einheimischem Pacu, einem Fisch, der wahrscheinlich der Cousin des europäischen Wels' ist. Es war so kalt, die Küche so klein für die unerwartet vielen Gäste, dass wir nach anderthalb Stunden hineinzügelten in den einzigen Supermarkt. Man beachte das Angebot: Chips, Bierkühler und Kerzen, dann leckere Zimt- und Kaffeebonbons....
Uns blieben nur noch zwei bis drei Stunden Fahrt, auf welcher wir alle einheimischen Tierarten sahen - leider tot, überfahren am Strassenrand: drei Nasenbären (huch, sind die gross!), zwei Gürteltiere, ein Anta (noch grösser) und ein Wildschwein. Alle Arten von Araras, die blauen, die blau-gelben und die roten waren zum Glück alle lebendig, und auch alle etwa 20 gesichteten Tukane.
Noch vor Sonnenuntergang waren wir, mit nur einem Zwischenstopp in einem Refugio, in Bonito.











































































































































Der Pantanal ist schön 👍 war da auch mal …